Stressmanagement – Gastbeitrag von Eleonora Meyden

Stressmanagement – Gastbeitrag von Eleonora Meyden

Was ist Stress?

Um Stress „managen“ zu können, ist es im ersten Schritt wichtig zu verstehen, was Stress eigentlich ist.

Stress ist meistens mit der körpereigenen Produktion von Substanzen verbunden und kann unter salutogenesischem Aspekt mit Motivation und Inspiration zusammengebracht werden. Stress erweist sich somit als ein wichtiger Katalisator für Lernprozesse (vgl. Kaluza 2011). Wenn wir vor einer Aufgabe stehen, empfinden wir mehrere Gefühle gleichzeitig. Wenn uns diese Aufgabe gefällt, sind wir meistens voller Idealismus und Enthusiasmus, wir sind aufgeregt und gespannt auf die Herausforderung. Um die Anforderung zu bewältigen, entsteht sowohl Druck und

Anspannung (diese Form von Stress wird auch „Eu-Stress“ genannt). Um diese Art von Belastung positiv aufnehmen zu können und die erzeugte Spannung zu tragen, ist es notwendig eine Stresstoleranz zu entwickeln. Somit erzeugt man eine neutralisierende Atmosphäre.

In der Natur ist die Auseinandersetzung in akuten Gefahrensituationen oft mit Stress verbunden.
Um eine Beute zu verfolgen oder einem Fressfeind zu entgehen, muss das Tier in eine erhöhte Handlungsbereitschaft versetzt werden. Es werden Muskeln, Kreislauf und das zentrale Nervensystem gleichermaßen beansprucht, so dass maximale Aufmerksamkeit, Entscheidung und Handlungsbereitschaft ermöglicht wird. Dieser Zustand hält solange an, bis die Gefahr vorüber ist. Was reguliert und steuert die lebens- notwendigen Körperfunktionen, wie Atmung, Stoffwechsel, Herz- Kreislaufsystem, Verdauungssystem, Hormonsystem, Immunsystem usw. bei einem Menschen? Diese Körperfunktionen werden nicht von unserem Bewusstsein gesteuert, die Regulation wird vom vegetativen Nervensystem, dem so genannten Sympathikus und Parasympatikus, welche Gegenspieler im Vegetativum sind, geleitet.

Der Sympathikus ist für die Stressreaktion und Anspannung im Körper zuständig. Der Parasympatikus ist für die körperliche Erholung und Regeneration zuständig.

Was aber passiert nun wenn der Alltag zu einer pausenlosen Treibjagd wird? Was passiert mit unserem Nervensystem und unseren Körperfunktionen, wenn wir sieben Tage die Woche, 10 bis 14 Stunden auf Hochtour ohne Pause oder Ruhephasen funktionieren sollen? Die Belastung im Privatleben darf hierbei ebenso nicht unterschätzt werden. Was passiert wenn ein Individuum das Gefühl bekommt, dass es nicht in der Lage ist eine Situation zu beeinflussen oder durch Einsatz von Ressourcen zu bewältigen, entwickelt es körperliche sowie psychische Symptomen, die zu einer Stressreaktion führen (der sogenannte „Di-Stress“).

„Eine Stressreaktion ist ein subjektiver Zustand, der aus der Befürchtung entsteht, dass eine stark aversive, zeitlich nahe und subjektiv lang andauernde Situation wahrscheinlich nicht vermieden werden kann.“ (Greif 1989, S. 432-439) Wenn dieser Zustand permanent bleibt und es keinen Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung mehr gibt, die lebensnotwendige natürliche Balance, folgt unvermeidliche eine Anomalie des gesunden Gleichgewichts. Die nachlassende Leistungsfähigkeit, häufige Unkonzentriertheit, dauernde Erkrankungen wie Tinnitus, Bluthochdruck, Diabetes und nicht zuletzt des Burn-Out-Syndroms sind die unvermeidlichen Folgen.

Stressmanagement durch Gleichgewicht

Jeder kennt das Gefühl über sich selbst zu verfügen, im Einklang mit sich und der Welt zu sein und sein Schicksal in die eigene Hand nehmen zu können. Bei dieser seltenen Gelegenheit spürt man ein Gefühl von Hochstimmung, von tiefer Freude, die lange anhält und zu einem Maßstab dafür wird, wie das Leben aussehen sollte. Solch ein psychischer, mit Sinn und Glück erfüllter Gesundheitszustand wird von Mihaly Csikszentmihlyi als FLOW bezeichnet. Wir gehen in Tätigkeiten auf, die uns erfüllen, spüren die Belastung nicht mehr, weil es uns Freude macht und wir eine tiefe Befriedigung empfinden, in dem, was wir tun.

Es klingt schön und simpel. In Wirklichkeit aber, ist die Erreichung so eines geordneten geistigen Zustandes gar nicht so einfach. Was brauchen wir, damit wir das Gefühl, in unserer Mitte zu sein, bei uns nachhaltig erhalten können? Sind unsere Muskeln oder unser Nervensystem dafür verantwortlich? Müssen wir unseren Willen, unsere Gedanken und Gefühle einsetzen oder brauchen wir klaren Regeln, Ziele und Methoden? Womit sollen wir anfangen?

Mit meinen Klienten baue ich durch verschiedene Trainingssysteme mentales und körperliches Gleichgewicht auf, das gleichzeitig dazu führt, Stress besser handhaben/managen zu können.

Hier ein paar Give-Away-Rezepte für mehr Gleichgewicht, die auch Du einfach in Deinen Alltag integrieren kannst:

  1. Wenn uns etwas gut gelingt: Mehr davon!

Schaue, was Dir gut gelingt und was Dich gleichzeitig mit positiver Energie auflädt (dies kann sowohl im Beruflichen als auch Privaten sein). Integriere mehr davon in Deinen Alltag.

  1. Wenn es uns etwas nicht gelingt: Hilfe oder Unterstützung finden.

Wenn Du merkst, dass Du etwas nicht so gut kannst oder es Unbehagen in Dir auslöst, dann scheue nicht davor, Dir Unterstützung zu holen.

  1. Kleine Rituale im Alltag aufbauen.

Mach es wie die Leistungssportler, die häufig vor wichtigen Auftritten Ritualübungen haben, um mentales und körperliches Gleichgewicht für sich zu erzeugen und den Fokus Ihrer Kräfte in die gewünschte Richtung zu lenken.

  1. Tu‘ Dir Gutes: Kleine Alltagsbelohnungen finden.

Gönne Dir eine kleine Belohnung pro Tag, pro Woche oder pro Monat. Dies kann alles Mögliche sein, wie ein kleine Spaziergang, den Tag mit der Lieblings-Melodie zu starten, ein Wellnesstag, ein Workshop oder Training, ein Tagesausflug usw. Sich zu belohnen wirkt ausgleichend, stärkend und motivierend.

Eleonora_Meyden

Mehr über Eleonora Alexandrova Meyden und ihre Arbeit als Mentalcoach und Körpersprachetrainerin erfährst Du auf ihrer Website: www.eamperform.de. Aktuell bietet sie diverse Workshops zu den Themen Stressmanagement, körperliche und mentale Fitness sowie Energie, Kreativität und Talent an. Details dazu findest Du hier: EFFEKTS Workshops

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