Achtsam Essen: Wann isst Du? Ein Plädoyer für den Rhythmus.

Achtsam Essen: Wann isst Du? Ein Plädoyer für den Rhythmus.

Es geht mal nicht um das „was“ sondern das „wann“.

Welche Priorität hat Essen in Deinem Alltag? Folgt der tägliche Rhythmus Deinen Essenszeiten oder folgen die Essenszeiten dem täglichen Rhythmus? Hat Dein Tag Rhythmus und wenn ja, welchen? Gibt es feste Zeiten für irgendetwas? Pflegst Du sich täglich wiederholende Rituale?

 Leben ist Rhythmus und Rhythmus bedeutet Gleichmäßigkeit, Regelmäßigkeit, Wiederkehr und auch Wechsel. In diesem Sinne ist es wahrscheinlich auch in gewisser Weise eine Balance: Der Rhythmus/Wechsel zwischen schlafen und wachen, aktiv und passiv, anspannen und entspannen, bewegen und ruhen sollte in Balance stehen. Wenn die Balance hier nicht stimmt, also zum Beispiel, wenn man zu oft und lange angespannt ist (Dauerstress) und zu wenig entspannt, oder auf Dauer zu wenig Schlaf bekommt (Schlafmangel), dann könnte es durchaus sein, dass der alltägliche Rhythmus aus dem Gleichgewicht gerät und auch die Gesundheit und Lebensqualität darunter leiden können.

Rhythmus – im Sinne der Regelmäßigkeit und Wiederkehr – gibt dem Alltag Struktur, Sicherheit und eine gewisse Vertrautheit. Aspekte, die gerade in den heutigen turbulenten und eher von Unsicherheit und Unklarheit geprägten Zeiten enorm wichtig für das persönliche Wohlbefinden und die Gesundheit sind.

Noch vor ein paar Jahrzehnten haben die Mahlzeiten den alltäglichen Rhythmus bestimmt. Es wurde zu festen Zeiten gefrühstückt, zu Mittag gegessen und abendgegessen. Diesen Rhythmus galt es einzuhalten, denn: Wer an einer Mahlzeit nicht teilnahm, der musste bis zur Nächsten warten, bis es wieder etwas zu essen gab. Anders als heutzutage, war Essen nämlich nicht ständig verfügbar, einfach so zugänglich und in scheinbaren Unmengen vorhanden.

Erst der moderne Lebensstil, bei dem Essen vermeintlich zu jederzeit und binnen kürzester Zeit zur Verfügung steht, verändert den täglichen Rhythmus, der durch feste Mahlzeiten gegeben war. Das To-Go-Essensangebot auf den Straßen, die Tiefkühltruhe, aus der man jederzeit etwas fischen und schnell zubereiten kann und sei dies um 12 Uhr nachts, das unendliche Angebot an Snacks, das viele zu ständigen „Snackern“ gemacht hat oder auch der Lieferservice, der gutes Essen in weniger als 20 Minuten liefert und zwar unabhängig von der Tageszeit. Nicht die Mahlzeiten bestimmen den täglichen Rhythmus sondern anders herum. Aber was genau ist das für ein „Rhythmus“? Gegessen wird jedenfalls oftmals dann, wenn eben gerade Zeit ist – übrigens gerne auch ohne Beachtung des Hungergefühls.

Daher möchte ich an dieser Stelle für den Rhythmus plädieren. Für eine Regelmäßigkeit im täglichen Essverhalten, die nicht nur der Verdauung zugute kommt, sondern auch der Psyche ein Gefühl von Sicherheit und Beständigkeit schenkt – ein Empfinden, das gerade in den heutigen Zeiten so wichtig ist – und somit positiv auf das gesamte Wohlbefinden wirken kann.

Beobachte selbst: Wie sieht Dein Essrhythmus aus? Inwieweit verleiht er Deinem Alltag Regelmäßigkeit und Struktur? An welchen Stellen könnte Dein Essverhalten mehr Rhythmus vertragen? Denke hier auch an Zwischenmahlzeiten und Snacks, Essenszeiten und Esspausen

Essen im Rhythmus ist für mich ein Aspekt von achtsamen Essen, welches die Grundlage meines Ansatzes als Food & Health Coach ist.  Erfahre mehr …

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