5 A Day: 5 Minuten für Dich

5 A Day: 5 Minuten für Dich

Der ein oder andere mag sie vielleicht kennen, die Kampagne „5 A Day“ oder „5 am Tag“, bei der es darum geht 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag zu sich zu nehmen, um gesünder, fitter und vitaler zu werden. In der heutigen Zeit sicherlich eine gute Idee! Mir geht es an dieser Stelle aber ausnahmsweise mal nicht ums Essen. Mir geht es um Zeit: Zeit für sich. 5 Minuten pro Tag.

5 Minuten pro Tag – klingt eigentlich nicht nach sonderlich viel … Aber, nimmst Du Dir tatsächlich 5 Minuten am Tag Zeit für Dich? „Na klar!“, wird der ein oder andere sagen, „ich putze mir ja schon allein zwei Mal am Tag 3 Minuten die Zähne. Das sind also sogar 6 Minuten Zeit für mich!“ Oder: „Ich stehe doch jeden Morgen 10 Minuten alleine unter der Dusche.“ Oder: „Logo, ich sitze jeden Abend 2 Stunden alleine auf der Couch und schaue fern.“

Nun noch einmal die Frage und dieses Mal Hand auf’s Herz: Nimmst Du Dir wirklich 5 Minuten am Tag ganz bewusst Zeit für Dich? Hier ein paar Hinweise: Zeit, um Dich zu fragen, wie es Dir geht, Zeit, um in Dich hinein zu fühlen, Zeit, um bewusst zu entspannen und runter zu kommen, Zeit, um den Tag Revue passieren zu lassen, Zeit, um ganz bei dem zu sein, was auch immer Du in diesem Moment tust. Ist die Antwort immer noch „Klar!“ oder vielleicht doch eher ein kleinlautes „Naja, vielleicht doch eher nicht …“?

Wenn Letzteres, dann ist das gar keine Überraschung, denn wir sind heute oftmals so gefangen in unserem Hamsterrad namens „Alltag“ inklusive Job, Familie, Freunde, soziale Verpflichtungen, täglichen Erledigungen usw., dass wir komplett von uns selbst abgelenkt sind und häufig unbewusst durch den Tag gehen. Wir „funktionieren“ oftmals mehr als dass wir richtig bei dem sind, was wir gerade tun. Folgen können nicht selten Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen sein bis hin zu Unzufriedenheit, Verstimmungen oder auch Burn-out, denn für unser eigenes Wohlbefinden ist es wichtig, sich ab und an beziehungsweise regelmäßig Aufmerksamkeit zu schenken.

Ist es nicht ungemein wohltuend, wenn uns jemand seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt? Wenn jemand aufmerksam zuhört, einem wachsam in die Augen blickt, einen herzlich in den Arm nimmt oder ehrlich wissen möchte, wie es einem geht. Und ist es nicht umso unangenehmer, wenn sich jemand nicht für einen interessiert? Wenn derjenige einem gar nicht wirklich zuhört, wenn man ihm etwas erzählt. Wenn er nur aus Anstand nachfragt, wie es einem geht und es ihn eigentlich nicht weiter kümmert. Wer hat dieses unangenehme Gefühl des Desinteresses nicht schon einmal verspürt? Und wieso, muss ich nun an dieser Stelle fragen, gehen wir oft genau so mit uns selbst um?

Daher plädiere ich an dieser Stelle für „5 am Tag“: 5 Minuten am Tag der ungeteilten Aufmerksamkeit und Zeit für sich. Diese können am Morgen sein, vielleicht nach dem Aufstehen, um zu meditieren oder sich zu überlegen, was die ganz persönlichen Ziele für den Tag sind. Diese können am Abend sein, vorm Schlafen gehen, um den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen oder sich zu fragen, wie es einem ging und wieso es einem so ging. Diese können irgendwann im Laufe des Tages sein, bei einer Tasse Tee oder einem Kaffee. Die 5 Minuten können auch aufgeteilt werden und man nimmt sich vielleicht 5 Mal am Tag 1 Minute Zeit, um einfach nur bewusst seinen Atem zu spüren.

Für das eigene Befinden kann dies enorm wohltuend sein, es kann dazu führen, klarer zu werden, konzentrierter und fokussierter, den Blick für das Wesentliche zurück zu bekommen und besser zu wissen, was man möchte (und was nicht) und welche Bedürfnisse man hat.

Gönne Dir also mindestens „5 am Tag“. 5 Minuten uneingeschränkte Aufmerksamkeit und Zeit für Dich. Das sollte man sich mindestens wert sein, schließlich ist man doch immer noch der wichtigste Mensch in seinem Leben.

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